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ProofPass

Glossar

Begriffe, ohne Fachchinesisch.

A

Abnehmer
Abnehmer ist nach REACH, wer von einem Lieferanten einen Stoff oder ein Gemisch bezieht, also nachgeschaltete Anwender und Händler.
Amtssprache
Das Sicherheitsdatenblatt muss in der Amtssprache jedes Mitgliedstaats vorliegen, in dem das Produkt in Verkehr kommt (Art. 31 Abs. 5 REACH).

B

Batteriepass
Der Batteriepass ist der digitale Produktpass für LV-, Industrie- (über 2 kWh) und Traktionsbatterien und ist ab dem 18. Februar 2027 Pflicht.
Bauproduktenverordnung
Die Bauproduktenverordnung (EU) 2024/3110 gilt seit dem 8. Januar 2026 und ersetzt schrittweise die Verordnung (EU) Nr. 305/2011.

C

CE-Kennzeichnung
Die CE-Kennzeichnung zeigt, dass der Hersteller die Konformität seines Produkts mit den anwendbaren EU-Rechtsakten erklärt.
CLP-Verordnung
Die CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 regelt Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung gefährlicher Stoffe und Gemische in der EU.

D

Datenträger (QR-Code)
Ein Datenträger ist der Code auf Produkt, Verpackung oder Begleitdokument, der per Scan zu digitalen Produktinformationen führt, meist ein QR-Code.
Delegierter Rechtsakt
Ein delegierter Rechtsakt ergänzt eine EU-Verordnung durch Detailregeln, die die Kommission erlässt, und legt bei der ESPR den Produktpass je Produktgruppe fest.
Digitaler Produktpass
Der Digitale Produktpass ist ein elektronischer Datensatz zu einem Produkt, der über einen Datenträger wie einen QR-Code abrufbar ist.
Digitales Etikett
Das digitale Etikett ist ein freiwilliger Zusatz zum physischen CLP-Etikett, über den bestimmte Angaben per Datenträger digital bereitgestellt werden.

E

EPD
Die EPD ist eine freiwillige, geprüfte Umweltdeklaration, die für Bauprodukte nach EN 15804 die Umweltwirkungen über den Lebensweg beschreibt.
ESPR
Die ESPR, Verordnung (EU) 2024/1781, legt Anforderungen an nachhaltige Produkte fest und ist die Rechtsgrundlage für den Digitalen Produktpass.
EU-Konformitätserklärung
Mit der EU-Konformitätserklärung bestätigt der Hersteller, dass sein Produkt die Anforderungen der anwendbaren EU-Rechtsakte erfüllt.
Expositionsszenario
Ein Expositionsszenario beschreibt, unter welchen Bedingungen ein Stoff sicher verwendet werden kann, und wird dem Sicherheitsdatenblatt als Anhang beigefügt.

F

Fachkundige Person (SDB)
Die fachkundige Person erstellt das Sicherheitsdatenblatt; Anhang II REACH verlangt dafür Sachkenntnis und fortlaufende Schulung.
Fulfilment-Dienstleister
Fulfilment-Dienstleister lagern, verpacken und versenden Waren für andere und können als Wirtschaftsakteur Pflichten nach der GPSR haben.

G

GHS
GHS ist das global harmonisierte System der Vereinten Nationen zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien, das die EU mit der CLP-Verordnung umsetzt.
GPSR
Die GPSR (Verordnung (EU) 2023/988) regelt die Sicherheit von Non-Food-Verbraucherprodukten und gilt seit dem 13. Dezember 2024.
GS1 Digital Link
GS1 Digital Link ist ein Standard (ISO/IEC 18975), der eine GTIN in eine Webadresse schreibt, die Kassen und Smartphones gleichermaßen lesen.
GTIN
Die GTIN ist die weltweit eindeutige Nummer eines Handelsartikels, die im Strichcode steht und auch EAN genannt wird.

H

Harmonisierte technische Spezifikation
Eine harmonisierte technische Spezifikation legt für eine Produktfamilie fest, welche Leistungsmerkmale erklärt und wie sie geprüft werden.

K

Kandidatenliste
Die Kandidatenliste führt besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC), die später zulassungspflichtig werden können und besondere Informationspflichten auslösen.

L

Leistungs- und Konformitätserklärung
Die Leistungs- und Konformitätserklärung führt Leistungserklärung und Konformitätserklärung für Bauprodukte nach der Verordnung (EU) 2024/3110 zusammen.
Leistungserklärung
Die Leistungserklärung ist die Erklärung des Herstellers über die Leistung eines Bauprodukts, auf deren Grundlage er die CE-Kennzeichnung anbringt.
Lieferant (REACH)
Lieferant ist nach REACH jeder, der einen Stoff oder ein Gemisch in Verkehr bringt: Hersteller, Importeur, nachgeschalteter Anwender oder Händler.

M

Marktüberwachung
Marktüberwachung bezeichnet die behördliche Kontrolle, ob Produkte auf dem Markt die geltenden Anforderungen erfüllen; Grundlage ist die Verordnung (EU) 2019/1020.
Maschinenverordnung
Die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 gilt ab dem 20. Januar 2027 und erlaubt die digitale Betriebsanleitung.

N

Nachgeschalteter Anwender
Nachgeschaltete Anwender verwenden Stoffe oder Gemische im Rahmen ihrer gewerblichen Tätigkeit, ohne sie herzustellen oder zu importieren, zum Beispiel Formulierer.

P

PBT / vPvB
PBT-Stoffe sind persistent, bioakkumulierbar und toxisch, vPvB-Stoffe sehr persistent und sehr bioakkumulierbar; beide lösen eine Sicherheitsdatenblatt-Pflicht aus.
PCN / Giftinformationszentrum
Die PCN-Meldung übermittelt Angaben zu gefährlichen Gemischen an die Giftinformationszentren, damit sie im Notfall rasch beraten können.
ProdSG
Das ProdSG ist das deutsche Produktsicherheitsgesetz, das die GPSR ergänzt und Zuständigkeiten, Sprachvorgaben und Bußgelder in Deutschland regelt.
Produktpass-Dienstleister
Ein Produktpass-Dienstleister betreibt im Auftrag des Wirtschaftsakteurs die Produktpässe, die Verantwortung für die Daten bleibt beim Wirtschaftsakteur.
Produktpass-Register
Das EU-Produktpass-Register der Kommission speichert die Kennungen der Produktpässe, nicht deren Inhalte.
PSG 2004
Das PSG 2004 ist das österreichische Produktsicherheitsgesetz, das neben der GPSR weitergilt, soweit sie es nicht verdrängt.

R

REACH
REACH ist die EU-Chemikalienverordnung (EG) Nr. 1907/2006 für Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Stoffen.
Resolver
Ein Resolver ist ein Dienst, der eine feste Adresse oder GTIN in das aktuelle Ziel auflöst und die Anfrage dorthin weiterleitet.
Revisionsdatum / Stand
Das Revisionsdatum nennt, wann ein Dokument zuletzt überarbeitet wurde, und macht Fassungen unterscheidbar; ein Ablaufdatum ist es nicht.
Risikoanalyse (GPSR)
Die interne Risikoanalyse ist die dokumentierte Bewertung der Gefahren eines Produkts, die Hersteller nach Art. 9 GPSR vor dem Inverkehrbringen erstellen.
Rückrufanzeige
Die Rückrufanzeige ist die sichtbare Mitteilung an Verbraucher über einen Produktrückruf, die nach der GPSR die Überschrift „Product safety recall“ trägt.

S

Safety Business Gateway
Das Safety Business Gateway ist die Meldestelle der EU, über die Wirtschaftsakteure Unfälle und gefährliche Produkte den Behörden anzeigen.
Safety Gate
Safety Gate ist das EU-Schnellwarnsystem für gefährliche Non-Food-Produkte, über das Behörden und die Kommission Warnmeldungen veröffentlichen.
Sicherheitsdatenblatt
Das Sicherheitsdatenblatt beschreibt in 16 Abschnitten Gefahren und Schutzmaßnahmen eines Stoffes oder Gemisches und geht an berufliche Abnehmer.
Sunrise 2027
Sunrise 2027 ist eine Branchen-Initiative von GS1 zur Umstellung des Handels auf 2D-Codes, aber keine gesetzliche Pflicht.

T

Technische Unterlagen
Technische Unterlagen sind die Dokumentation, mit der ein Hersteller belegt, dass sein Produkt die Anforderungen erfüllt, und die er auf Verlangen der Behörde vorlegt.
Technisches Datenblatt
Das technische Datenblatt beschreibt Eigenschaften, Verarbeitung und Lagerung eines Produkts und ist gesetzlich nicht vorgeschrieben.

U

UFI
Der UFI ist ein 16-stelliger Code, der ein Gemisch eindeutig seiner Rezeptur zuordnet und Giftinformationszentren im Notfall die Auskunft erleichtert.

V

Verantwortliche Person (Art. 16 GPSR)
Die verantwortliche Person ist der in der EU niedergelassene Wirtschaftsakteur, der nach Art. 16 GPSR für die Sicherheit eines Produkts einsteht.
Versionsarchiv
Ein Versionsarchiv bewahrt jede ausgelieferte Fassung eines Dokuments mit Gültigkeitszeitraum auf, damit später belegbar bleibt, was ein Kunde wann bekam.

W

Wirtschaftsakteur
Wirtschaftsakteure sind Hersteller, Bevollmächtigte, Importeure, Händler und Fulfilment-Dienstleister, die nach EU-Produktrecht Pflichten tragen.

Z

Zustellnachweis
Ein Zustellnachweis belegt je Abnehmer, welches Dokument in welcher Fassung wann versandt und geöffnet wurde.