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ProofPass

Sicherheitsdatenblatt-Software im Vergleich: fünf Wege, sieben Anbieter, zwölf Kriterien

Stand · 6 Min. Lesezeit · belegt mit Primärquellen · keine Rechtsberatung · So arbeiten wir

Kurz gesagt

Die passende Software hängt davon ab, ob du Sicherheitsdatenblätter erstellst, an Kunden verteilst oder einkaufst. Für Lieferanten zählt, was REACH verlangt: Zustellung spätestens bei der ersten Lieferung (Art. 31 Abs. 8), jede Überarbeitung an die Abnehmer der letzten 12 Monate (Abs. 9), zehn Jahre Bereithalten (Art. 36). Vergleiche Werkzeuge an diesen drei Pflichten, nicht an der Länge der Funktionsliste.

Drei Karten: Erstellung von Sicherheitsdatenblättern, Verteilung an Abnehmer und Verwaltung beim Anwender, je mit der Pflicht dahinter. Die Verteilung ist hervorgehoben, weil der Vergleich sie behandelt.
Drei Produktarten, drei Pflichten (Anhang II, Art. 31 und Art. 35 REACH). Einordnung der Redaktion.

Erst klären: erstellen, verteilen oder einkaufen?

Unter „Sicherheitsdatenblatt-Software“ laufen drei Produktarten. Sie bedienen verschiedene Pflichten. Wer die falsche kauft, hat ein gutes Werkzeug für die falsche Aufgabe. Viele Betriebe brauchen zwei davon, etwa einen Erstellungsdienst und ein Werkzeug für die Zustellung.

Dieser Vergleich behandelt die mittlere Zeile: Du lieferst Stoffe oder Gemische und musst die Blätter zu deinen Kunden bringen. Ob ein Blatt formal vollständig ist, bevor es rausgeht, prüft der kostenlose SDB-Check im Browser.

ProduktartPflicht dahinterBeispiele (nach eigener Beschreibung)
ErstellungInhalt nach Anhang II REACH, fachkundige PersonLisam ExESS, UL Solutions WERCS, Sphera, DR Software ChemGes
Verteilung an AbnehmerZustellung und Aktualisierung, Art. 31 Abs. 8 und 9 REACHSDS Manager (Modul Distribution), Sevron, SdsArea, Lisam PubliChem, ProofPass
Verwaltung beim AnwenderZugang der Beschäftigten, Art. 35 REACH; GefahrstoffverzeichnisQuentic, Chemwatch, SDS Manager

Fünf Wege, gemessen an drei Pflichten

REACH schreibt kein Werkzeug vor, nur das Ergebnis. Das Blatt geht kostenlos spätestens bei der ersten Lieferung an den Abnehmer. Jede Überarbeitung nach Art. 31 Abs. 9 geht an alle, die du in den letzten 12 Monaten beliefert hast. Und du hältst die Informationen zehn Jahre bereit. Die Tabelle misst jeden Weg daran.

Der Download-Bereich ist der häufigste Irrtum. Nach der ECHA-Leitlinie (Version 4.0, Kap. 2.13) genügt ein Blatt, das nur auf der Website liegt, nicht. Ein Link in einer Mail zählt, wenn er direkt zum Blatt führt und ohne Login funktioniert. Mehr dazu in der Frage Reicht der Download auf der Website? und im Ratgeber Sicherheitsdatenblatt bereitstellen.

WegZustellung aktivBeleg je AbnehmerAlte FassungenAufwand
Excel und Mailja, von Handnur, wenn du ihn einträgstim Ordner, wenn gepflegtkeine Lizenz, viel Handarbeit
Download-Bereich der Websitenein, der Kunde muss holenneinmeist nur die aktuellegering, aber keine Zustellung
Modul im ERP oder PIMja, wenn eingerichtetVersandprotokoll, Abruf seltenje nach SystemEinrichtung durch IT oder Berater
Spezialisierte SDB-Softwareja, oft aus dem ERP ausgelöstje nach AnbieterjaEinführungsprojekt, Preise meist auf Anfrage
Portal für Lieferantenja, per Mail mit LinkVersand, Öffnen, Abrufja, mit GültigkeitAbo; Lieferdaten musst du einspielen
Matrix mit fünf Wegen (Excel und Mail, Download-Bereich, ERP-Modul, SDB-Software, Portal) und drei Pflichten: aktive Zustellung, Beleg je Abnehmer, Archiv alter Fassungen. Der Download-Bereich erfüllt die Zustellung nicht.
Gemessen an Art. 31 Abs. 8 und 9 und Art. 36 REACH. Je nach Einrichtung kann ein Weg mehr oder weniger leisten.

Was einzelne Anbieter über ihre Verteilung schreiben

Die Tabelle gibt wieder, was die Anbieter auf ihren eigenen Seiten beschreiben, gelesen am 05.11.2026. Wir haben die Produkte nicht getestet und bewerten sie nicht. Preise nennen wir nicht: Die meisten gibt es nur auf Anfrage, andere rechnen nach Zahl der Blätter oder Dokumente.

Das Muster ist deutlich. Suiten für Erstellung und ERP lösen den Versand aus der Lieferung aus und kennen so den Kreis der letzten 12 Monate. Portale sind schneller eingerichtet und zeigen den Abruf, brauchen die Lieferdaten aber von dir.

AnbieterVerteilung laut eigener SeiteAusgelöst durch
SDS ManagerVersand per Mail, Download-Link oder QR-Code; neue Fassungen gehen automatisch an die Empfänger; Abmeldelink in jeder MailAufruf aus dem ERP mit Artikelnummer und Empfänger
SevronEigene Portalseite ohne Login; jeder Abruf wird protokolliert; Mail bei neuer Fassung an Abrufende mit EinwilligungAbruf durch den Kunden
SdsAreaBenachrichtigung mit der geänderten Fassung; Protokoll, ob der Kunde sie geladen hatÄnderung des Blatts
Lisam ExESS mit PubliChemWebportal für Verteilung und Aktualisierung, Aufzeichnung der VerteilungErstellung in ExESS
UL Solutions WERCSVersand nach Kundenpräferenz, Ausgabe als PDF, XML oder HTMLAufträge im ERP
SAP EHS, Report ShippingVersand nur freigegebener Berichte; Empfänger und Sprache ermittelt das SystemLieferbeleg oder Auftrag
ProofPassMail mit persönlichem Link an den Verteiler je Produkt; Versand, Öffnen, Abruf und Bestätigung im ProtokollHochladen einer neuen Fassung

Zwölf Kriterien, die du jedem Anbieter vorlegst

Lass dir jeden Punkt am eigenen Produkt zeigen, nicht auf einer Folie. Die Liste gilt auch für uns.

KriteriumWarumSo prüfst du es
Aktive ZustellungArt. 31 Abs. 8 REACHTestlieferung an eine eigene Adresse
Link direkt, ohne LoginECHA-Leitlinie, Kap. 2.13Link in einem privaten Browserfenster öffnen
Beleg je Abnehmer und FassungNachweis im AuditProtokoll eines Empfängers exportieren
Kreis der letzten 12 MonateArt. 31 Abs. 9 REACHFragen, woher das System deine Lieferungen kennt
Archiv mit GültigkeitArt. 36 REACH, zehn JahreAlte Fassung mit Zeitraum aufrufen
Sprachen und LänderfassungenArt. 31 Abs. 5 REACHEin Produkt in zwei Sprachen anlegen
Abmeldung und EinwilligungEmpfänger sind Personen mit DatenschutzrechtenAbmeldelink testen, Opt-in ansehen
Anbindung an ERP oder ShopWeniger Handarbeit, weniger LückenSchnittstelle und Beispielaufruf zeigen lassen
Feste Adresse und QR-CodeEtikett, Verpackung, LieferscheinAdresse nach einem Fassungswechsel prüfen
Export aller DatenWechsel und KündigungVollexport vor Vertragsschluss anfordern
Datenstandort und AuftragsverarbeitungKundendaten liegen beim DienstleisterVertrag und Liste der Unterauftragnehmer ansehen
Preis bei deiner ProduktzahlKosten über drei JahreAngebot mit Produkt-, Nutzer- und Sprachzahl

Welcher Weg zu welchem Betrieb passt

Wenige Produkte, eine Sprache, seltene Überarbeitungen: Excel und Mail genügen, wenn jemand das Protokoll führt und eine Vertretung es findet. Wie du bei einer Überarbeitung vorgehst, steht im Ratgeber Sicherheitsdatenblatt aktualisieren.

Ein ERP mit Chemie-Modul läuft schon: Prüf zuerst, ob es Fassungen archiviert und Abrufe festhält. Oft fehlt nur die öffentliche Adresse für QR-Code und Website. Dafür reicht ein Portal neben dem ERP.

Du erstellst viele Blätter selbst, für viele Länder: Eine Suite für Erstellung und Verteilung liegt nahe, weil Inhalt und Versand aus einem System kommen. Rechne mit einem Einführungsprojekt.

Du lieferst an viele Abnehmer, lässt die Blätter aber extern erstellen: Ein Portal mit Verteiler und Archiv passt. Die Lieferdaten für den Kreis der letzten 12 Monate spielst du dort ein oder pflegst sie.

Was dir kein Werkzeug abnimmt

Inhalt und Richtigkeit bleiben bei der fachkundigen Person (Anhang II REACH). Kein Werkzeug weiß von selbst, wann sich eine Einstufung ändert. Und keines entbindet dich von der Aufbewahrung über zehn Jahre: Vor einem Wechsel exportierst du alle Fassungen und Zustelldaten und prüfst sie stichprobenartig. Was ein Portal dabei abdeckt, zeigt das Modul Datenblatt. Die Pakete stehen unter Preise.

Häufige Fragen

Welche Sicherheitsdatenblatt-Software ist die beste?

Keine für alle. Wer Blätter erstellt, braucht eine Erstellungssoftware. Wer sie verteilt, braucht Zustellung, Beleg und Archiv. Wer sie einkauft, braucht ein Verzeichnis für die Beschäftigten. Vergleiche nur Werkzeuge derselben Art.

Genügt ein Download-Bereich auf der Website?

Nach der ECHA-Leitlinie nicht. Das Blatt muss beim Abnehmer ankommen, etwa als Mail-Anhang oder als direkter Link ohne Login. Der Download-Bereich ergänzt die Zustellung, er ersetzt sie nicht.

Warum nennt ihr keine Preise der Anbieter?

Die meisten Anbieter für Verteilung nennen Preise nur auf Anfrage, andere rechnen nach Zahl der Blätter oder Dokumente. Ein fairer Vergleich braucht deine Produktzahl, deine Nutzer und deine Sprachen. Frag nach einem Angebot über drei Jahre.

Ist dieser Vergleich neutral?

Nein. ProofPass ist selbst ein Portal für Lieferanten und steht in der Tabelle. Deshalb geben wir fremde Produkte nur mit ihren eigenen Angaben wieder und bewerten sie nicht.

Mit ProofPass

ProofPass ist ein Portal für die Lieferantenseite: Produkte, Fassungsarchiv, Verteiler mit Zustellnachweis, QR-Code und Herstellerseite, dazu Leistungserklärung und GPSR-Angaben am selben Produkt. Es erstellt keine Sicherheitsdatenblätter und löst den Versand nicht aus deinem ERP aus; wen du in den letzten 12 Monaten beliefert hast, pflegst du selbst. Basis ist kostenlos bis 10 Produkte, Start kostet 99 € und Pro 249 € netto im Monat. Die Schnittstelle (lesend) gibt es ab Start, den Zustellnachweis als CSV ab Pro.

Quellen

Stand 05.11.2026. Maßgeblich ist der jeweils geltende Verordnungstext. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.

So zitierst du diesen Beitrag: ProofPass-Redaktion, „Sicherheitsdatenblatt-Software im Vergleich: fünf Wege, sieben Anbieter, zwölf Kriterien“, Stand 05.11.2026, https://www.proofpass.eu/de/wissen/sicherheitsdatenblatt-software-vergleich. Maßgeblich bleibt der Gesetzestext in den Quellen.